Einleitung

"Warum in die Weite schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!“.[1]

Unter diesem Motto entstand dieser Quellenwanderweg und in weiterer Folge dieses Buch. Die Wanderung führt uns der Pielach entlang zum „Pielamund“, durch die sagenumwobene Wachau, bei St. Lorenz die donauüberquerend nach Weißenkirchen, dem Berg hinan über Seiber nach Albrechtsberg an der großen Krems. Nach Maria Grainbrunn, welches den nördlichsten Punkt dieser Reise darstellt, wieder zurück in die schöne Weingegend rund um Krems, um bei Mautern wieder in den Dunkelsteiner Wald einzutauchen. Durch das Wölblinger Becken, mit dem mittelalterlichen urkundlich erwähnten ältesten Ort Niederösterreichs, Grünz, nach St. Pölten. Von der Landeshauptstadt an den südlich auslaufenden Dunkelsteinerwald nach Hafnerbach. Dabei lässt sich allerhand erleben, das ich euch mit diesem Werk erzählen will.

Gezeichnet durch Krankheit begab ich mich 2002 auf diesen Weg, der seinen Anfang beim Augenbründl in Groß Sierning nahm. In Begleitung eines guten Freundes, mit dem gemeinsamen Ziel: unsere Lebensgeister zu wecken, um wieder Gesundheit und Freude am Leben zu erlangen. Gerne wollten wir den Jakobsweg gehen, doch schien uns dieser fremd - also kreierten wir kurzerhand unseren eigenen Pilgerweg, unsere Wallfahrt (wallen lat.: in eine bestimmte Richtung ziehen - Unterwegssein).[2] Ziel war es, in Tages Etappen von einer Quelle zur nächsten Quelle zu wandern, dabei so viel Wasser wie möglich zu trinken - wenn möglich und zumutbar. Außerdem von jeder einzelnen Quelle ein kleines Fläschchen Wasser mitzunehmen, dass wir abschließend zu einer Essenz vermischen wollten.

In meiner Lebensmitte erlebte ich eine Krise, empfand mein Leben als sinn- und haltlos, unter dem schnelllebigen Leben, mit Familie und in der Ausübung meines Berufes - wich zusehends in mir die Freude am Leben. Wie ich mich wieder ins Leben zurückgekämpft habe, möchte ich euch mit der Wegbeschreibung dieses Pilgerweges mit all ihrer Schönheit und kulturellen Erbe, welches es an Fülle ihres Gleichen nicht leicht zu toppen ist, erzählen. Und das ist der positive Nebeneffekt, wenn man „per pedes“ unterwegs ist: genügend Zeit und Raum, um all die Eindrücke aufnehmen zu können - um Verweilen zu können und dürfen. Nicht umsonst sind die Pilgerwege dieser Zeit heillos überfüllt. Und es gilt, zurück zu schalten, Abstand von der Schnelllebigkeit zu gewinnen und in letzte Instanz zu sich selbst zu finden. Und Gott begleitet uns, der innere Gott, der nicht an eine Religion gebunden ist.

 

Sollte ich jetzt jemanden zu einer Wanderung animieren, freut es den Autor. Und genau über deine Erfahrungen und Berichte kannst du hier als Kommentar berichten. Gerne freue ich mich auch über neue Quellen und Brunnen und deren Geschichten dazu. 

Nun will ich mit dieser spannenden Geschichte beginnen und lade euch herzlich ein, wieder wie ein Kind zu staunen, dass jeden Tag etwas Neues erlebt! 

Andreas Krendl

Neidling 2019 / 2020

[1] Angelehnt an den Vierzeiler von Goethes Gedicht „Erinnerung“

[2] Wallfahrt - Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Wallfahrt, (Zugriff: 03.09.2019) 

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