Rezension

Dem frühen Menschen galt eine Quelle als heilig - aber auch als Geschenk der Erde. Seither hat sich das Verhältnis Mensch – Umwelt stark verändert. Heute wird von einer energetischen Struktur gesprochen und in Bovis-Einheiten gemessen. Dem ungeachtet hat so manches Quellwasser noch immer nicht all seine Geheimnisse preisgegeben.

Andreas Krendl hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der Quellen anschaulich darzustellen, aber auch uns das Besondere der Umgebung dort näher zu bringen. Er berichtet von engagierten, kreativen und aktiven Menschen, die sich für Quellen oder der Revitalisierung von trockengelegten „Sauren Wiesen“ einsetzen. Dabei vermittelt er dem interessierten Leser auch zahlreiche Details und Einblicke zum schonenden Umgang „mit der Natur Quelle“.

All dies und noch viel mehr werden in diesem historischen und zeitgeschichtlichen Artikel behandelt. Krendl zeigt sehr schön, dass man den tieferen Sinn und die Wertschätzung einer Quelle richtig versteht. Die ausführliche Aufarbeitung des derzeitigen Zustandes einer Quelle ist ein wichtiges Zeitdokument. Andreas Krendl erweist sich als wirklich informiert und kann dies in durchaus sachgerechter und ansprechender Form weitergeben. Neben dem Blick in die Geschichte zählen für ihn auch die Menschen, die hier die Quellen nutzen, oder auch Maßnahmen setzen, die zum Schutz einer Quelle beitragen.

Wie nötig eine seriöse Aufarbeitung einer Quellengeschichte sein kann und welche Folgen daraus entstehen können, möchte der Schreiber dieser Zeilen an einem Beispiel darlegen: Am Rande des Dunkelsteinerwaldes wurde eine Quelle - mit dazugehörendem Bach durch eine Ortschaft - infolge Wasserentnahme zu einem Rinnsal. Das Gerinne – einst ein Bach mit Fischen und Krebsen – ist derart verkümmert, dass selbst die NÖ – Wasserrechtskarte das Gewässer nicht mehr kennt. Somit wanderte der Ort in der Siedlungsforschung von vormals Grabendorf zum Gassendorf. Bitter ist zusätzlich, dass es sich dabei um eines der ältesten Ortschaften in NÖ handelt – das bereits im Jahre 828 urkundlich genannt wird.

Andreas Krendl kann man bescheinigen, dass er sich wirklich erstaunliche Kenntnisse in der Erforschung der Quellen angeeignet hat. Der Artikel zeugt davon in umfassender Form.

August Pachschwöll

Heimatforscher

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