Schönbühel - Rosalienkapelle

Gemeinde Schönbühel - Aggsbach, Pfarre Schönbühel, Bezirk Melk

An der Donau angekommen, geht es rechts nach Schönbühel. Unter der kleinen Brunnenkapelle, der hl. Rosalia geweiht, liegt die nächste Quelle verborgen. Die Verehrung der hl. Rosalia gibt es in der Wachau seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert, dort wird 1283 diese Kapelle namentlich erwähnt.[1] Die hl. Rosalia wurde Mitte des 17. Jahrhundert in den Kreis der Pestheiligen aufgenommen, und das Wasser der Brunnenkapelle wurde einst von den vielen Wallfahrern sehr geschätzt.[2] Einer Stiftung durch Konrad Balthasar Graf von Starhemberg ist es zu verdanken, dass das Servitenkloster von 1666 bis 1674 hier erbaut wurde. Graf Starhemberg wechselte von der protestantischen Kirche in die katholische zurück und besorgte mit den Serviten die Gottesdienste in Schönbühel und Aggstein.[3] Bis Aggsbach Dorf, das Finale für den ersten Tag, wandern wir der Donau entlang an den sogenannten Treppelwegen. Dieser Treppelweg ist der Rest jenes Pfades, wo Pferde die motorenlose Schiffe wieder stromaufwärts gezogen haben. Als erstes Dampfschiff fuhr die „Maria Anna“ 1837 durch die Wachau. Die Donau war bis zur Eröffnung der Kaiserin-Elisabeth-Bahn 1858 der Hauptverkehr- und Transportweg zwischen Wien und Linz.[4] Die Kartause Aggsbach wurde 1373 von Heidenreich von Maissau und seiner Frau Anna von Kuenring gegründet. Nach siebenjähriger Bauzeit besiedelten die ersten 12 Kartäuser Mönche aus Mauerbach im Wienerwald die Kartause. 1782 wurde das Kloster durch Kaiser Joseph II. aufgelöst und in ein Schloss umgewandelt.[5] Schulßendlich schaffte Josef II. 1787 die Wallfahrt gänzlich ab. Er verbot das Tragen von Kreuzen und Kirchenfahnen, sowie das Mitgehen von Vorbetern oder Priester bei Prozessionen.[6]

 
 Schönbühel - Rosalienkapelle mit Quelle, © Andreas Krendl 2019

 

Adresse:

Schönbühel 1, 3392 Schönbühel an der Donau

Koordinaten:

48°15'44.65"N 15°22'38.53"E

 

[1] Verein für Landeskunde von Niederösterreich, In: Unsere Heimat Zeitschrift des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich Jahrgang 4, S 310, Wien 1931

[2] Heimat Pfarre Bergern, In: 200 Jahre Pfarre 1784-1984, S 276, St. Pölten 1984

[3] Berichte und Mittheilungen des Alterthums-Vereines zu Wien Band 7, S 72, Wien 1864

[4] Wolfgang Häusler, In: Melk und der Dunkelsteinerwald, S 225, Wien-München 1978

[5] Schonbühel-Aggsbach – Kartause Aggsbach, Denkmalbroschüre Band 45, S 68, St. Pölten 2011

[6] August Pachschwöll, In: Pfarre Neidling informiert, S 4, Neidling März 1996

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