Sankt Johann im Mauerthale - Johannesbrunnen

Gemeinde Rossatz - Arnsdorf, Pfarre Mitterarnsdorf, Bezirk Krems-Land

Der Donau auf den Treppelweg flussabwärts folgend, in 5 km Entfernung findet sich die nächste alte Quelle - der Johannesbrunnen. Gleich neben der Filial-Kirche die als Patrozinium den hl. Johannes des Täufers hat, steht ein barocker Brunnen in einer Sandsteinfassung, umringt von vier massiven Pfeilern, auf dem ein schindelbedeckter Glockenhelm ruht. Die Wasserstelle ist mit Holzplanken abgedeckt und in etwa sieben Meter ist die Wasseroberfläche zu erkennen. Der alte Schöpfbrunnen funktioniert nicht mehr und die Wasserentnahme passiert einfach mit einem seitlich angebrachten Wasserhahn. Über dem Winter ist kein Wasser verfügbar, da die Pumpe ausgeschaltet ist.

 
Sankt Johann im Mauerthale - Johannesbrunnen, © Andreas Krendl 2019

Adresse

St. Johann im Mauerthale 2, 3621 St. Johann im Mauerthale


Koordinaten

48°20'13.79"N 15°24'35.70"E

Kirche von St. Johann

1240 wird die Kirche in einer Schenkung von Erzbischof Eberhard von Salzburg dem Stift St. Peter in Salzburg unterstellt. Der jetzige Baubestand stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhundert. Neben Johannes wurde noch der Volksheilige Albinus und seine Begleiterin Rosalia angebetet. Albin wurde nie kanonisiert. Sein Grab liegt im Inneren der Kirche. Eine Johannesschüssel befindet sich am Rundbogen vor dem Hochaltar.[1] Dabei handelt es sich um einen Teller mit dem abgeschlagenen Haupt des Täufers. Wurde einer Johannesschüssel ein Hut aufgesetzt und anschließend der Hut selbst getragen, half es gegen Kopfweh. Oder dieser wurde ins Wasser geworfen, um Ertrunkene zu finden.[2] Ambros Heller schreibt in „Sagen aus der Donaugegend von Niederösterreich“ folgendes zur Entstehung der Kirche: „Unweit der Backstallenwand, bei dem heutigen roten Kreuz, soll vor Zeiten eine Einsiedelei gestanden haben, in welcher Albin und Rosalia, beide verlobt, ein so unschuldiges und gottseliges Leben führten, dass sie im Rufe der Heiligkeit starben. Sie hatten sich gegenseitig versprochen, dass der Überlebende am Grabe des anderen wachen sollte. Rosalia starb zuerst und den Albin traf das Los der Wache an ihrem Grabe, welches sie, wie allgemein geglaubt wird, im Inneren der Kirche zu St. Johann erhielt. Mitten im Schiffe derselben stand nämlich bis zum Jahre 1862 ein kunstloses gemauertes Grabmal, einem „Sarge oder einer Tumba ähnlich, mit der Statue des Pilgers, welcher bei demselben Wache hält. Bei dem Grabe befand sich auch eine Vertiefung mit einem Löffel oder Schaufelchen, womit Erde herausgefasst wurde, welche weithin als Heilmittel gegen Fraisen und Halsschmerzen bei Kindern gebraucht wurde.“, berichtet Ambros Heller.[3]

Die Teufelsmauer

Die Sage erzählt, dass der Teufel einst die Donau aufstauen wollte um so die frommen Bewohner zu ersäufen. Dazu habe er aber nur eine Nacht Zeit. Doch der Wetterhahn der Kirche St. Johann hatte noch rechtzeitig gekräht und dadurch den Tag eingeleitet. Voll Zorn habe der Teufel auf den Hahn geschossen. Noch heute ist der Hahn mit dem Pfeil und der Rest der riesenhaften Felsmauer zwischen Schwallenbach und Spitz zu sehen. [4]

Weiter geht es auf dem Treppelweg auf die „Arnsdörfer“ zu. Den Namen haben Ober-, Hof-, Mitter- und Bacharnsdorf vom Salzburger Erzbischof Arn, der um 800 lebte. Die Salzburger Hofmark wurde 860 als Uuachauua bezeichnet, was heute den wohl bekannteren Namen Wachau entspricht.[5] Beim Ablegen eines Floßes bei Hinterhaus - Spitz, ist durch die Strömung bedingt Mitterarnsdorf der Landepunkt. Umgekehrt wird beim Ablegen von Oberarnsdorf Spitz erreicht. Brücken gab es erst im 15. Jahrhundert.

 

[1] Siegrid Hirsch, Wolf Ruzicka , In: Heilige Quellen in Niederösterreich und Burgenland, S 154, Linz 2002

Filialkirche St. Johannes der Täufer, http://www.kirchen-am-fluss.at/st-johann-filialkirche, (Zugriff: 17.08.2019)

[2] Georg Geml - Diplomarbeit, Frühe Johannesschüsseln, S 3-4, http://othes.univie.ac.at/6416/1/2009-08-26_9026728.pdf, (Zugriff: 17.08.2019)

[3] Ambros Heller, In: Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich Jahrgang 9, S 207, Wien 1875

[4] Ambros Heller, In: Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich Jahrgang 9, S 204 ff, Wien 1875

[5] Herbert Mitscha-Märheim, In: Unsere Heimat Verein für Landeskunde von Niederösterreich Jahrgang 47, S 26, Wien 1976

Leave a comment

Make sure you enter all the required information, indicated by an asterisk (*). HTML code is not allowed.