Albrechtsberg - Augenbründl

Es gibt keine Aufzeichnungen von Wunderheilungen von dieser schönen, ruhigen Quelle inmitten des Waldes. Ursprünglich war die Quelle mit einer Holzhütte überbaut, wie es auf einigen Fotos in der Topothek von der Gemeinde Albrechtsberg noch ersichtlich ist. Heute umfasst die Quelle ein liebevoll aus Bruchstein gemauertes Häuschen, versehen mit einem Gedicht eines unbekannten Albrechtsberger Bauers:
„Mögest immer Labung finden Du,
Mein Freund, und wonnigsüße Ruh
An dieser schattenkühlen Stelle
Im stillen Wald, an frischer Quelle,
Die heil’ger Schöpfung weiter Pracht,
So wundersam für Dich erdacht!“

 
Albrechtsberg Augenbründl, © Andreas Krendl 2019 

 

Hans Buresch berichtet um 1968 folgendes über die Quelle: „Das Wasser der Quelle besitzt seit urdenklichen Zeiten einen guten Ruf in der Bevölkerung der weiten Umgebung. Von altersher gilt es als kräftigend und heilend für die Augen. Daher auch der Name Augenbrünndl. Seit wann aber sprudelt der Quell aus dem Boden, dem der Volksbrund den Namen ,,Augenbrünndl" gegeben hat? Hier versagt die Chronik, denn vermutlich war das Brünnlein schon da, als der Wald noch Urwald und das darin hausende Getier noch Urtier war, lange vor Bär und Luchs, die heute auch bereits aus diesem Gebiet verschwunden sind, und lange bevor das Land gerodet und urbar gemacht worden war. Leider wurde das malerische Bild nach 1954 zerstört. Heute ist das Augenbrünndl das Wanderziel zahlreicher Sommergäste, die in steigendem Maße ihren Urlaub im Erholungsdorf Albrechtsberg verbringen, fern vom nervenzermürbenden Stadtlärm und dem Pesthauch der Benzinkutschen“ [1] Bei dem zerstörten Bildnis handelt es sich um die hl. Ottilie, einer blinden Herzogstochter, die nach der Taufe ihr Augenlicht zurückerhielt.

Die Legende erzählt, dass von den drei Bauern, die zur Wache des Kalkofens eingeteilt waren, einer wegen großen Durstes, den Weg zum Augenbründl genommen hat, weil der Dorfbrunnen in der Taverne zu dieser Uhrzeit nicht mehr zugänglich war. Bald kam er aber völlig außer sich mit leerem Krug wieder zurück und stammelte nur unzusammenhängende Worte. Erst am nächsten Tag erzählte er von einem Geistwesen bei der Quelle und dass ihn kein Geld der Welt dazu bringen kann, da wieder hinzugehen.[3]

Koordinaten Augenbründl

48°28'0.84"N 15°22'20.16"E

Schloss Albrechtsberg an der Großen Krems

1157 erstmals urkundlich erwähnt wird Adelhartskirchen. 1332 finden wir den Namen Obrechtberg in den Urkunden und später Obritzberg. (Jetzt nicht zu verwechseln mit dem Ort Obritzberg im Bezirk St. Pölten-Land). Die Kirche zu Albrechtsberg ist „Maria auf der Stiege“ geweiht und ist seit dem angehenden 15. Jahrhundert Wallfahrtskirche. Das ansehnliche Schloss gehörte 1462 einem Wolfgang von Neudegg, danach 1543 Erasmus von Peukham (Peukheimb) , der ein eifriger Anhänger des protestantischen Glaubens war. Im ausgehenden 17. Jahrhundert erben die Lempruchs das Schloss. Diesen führten einen Neubau der Kirche durch. Durch Misswirtschaft müssen diese in den 1960er Jahren allen Grund verkaufen und in Folge erwirbt der Maler Professor Eugen Jussel das Schloss mit Verwalterhaus. Seit 1990 besitzt der Geologe Dr. Alexander Tollman das gesamte Anwesen.[4] Das Schloss Albrechtsberg überragt die ganze Gegend.

 
Schloss Albrechtsberg an der großen Krems, © Andreas Krendl 2019

 

[1] Hans Buresch - Augenbründl Albrechtsberg, In: Das Waldviertel Folge 1-3, S 39-40, Waldviertler Heimatbund Krems 1968

[2] Siegrid Hirsch, Wolf Ruzicka, In: Heilige Quellen Niederösterreich und Burgenland, S 9, Linz 2002

[3] Gemeinde Albrechtsberg - Augenbründl, https://www.albrechtsberg.at/Tourismus/Augenbruennl, (Zugriff: 20.10.2019)

[4] Gerhard Öttl – Heinrich Hengstberger (1959), In: Dorfchronik Taubitz Waldviertel, S 185, Felling 2006, https://www.ogersoft.at/taubitz/chronik/, (Zugriff: 02.10.2019)
Gemeinde Albrechtsberg, https://www.albrechtsberg.at/Albrechtsberg, (Zugriff: 29.08.2019)

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