Burg Hartenstein - Gudenushöhle

Die Burg wurde von den Kuenringer erbaut. Erste urkundliche Erwähnung 1187 mit Henricus de Hertensteine. Im 14.-15 Jahrhundert sind die Herren von Maissau die Besitzer.[1] Im 17. Jahrhundert bevorzugen die Burgherren und Herrschaftsinhaber bequemere Wohnsitze und lassen die Burg immer mehr verfallen. In dieser Zeit mehrmaliger Besitzerwechsel unter anderem auch der später unrühmlich bekannte Finanzminister Georg Ludwig Graf Sinzendorf. Er wurde 1680 von Kaiser Leopold I. wegen Betrug und Veruntreuung seines Amtes enthoben und zu einer Geldstrafe von zwei Millionen Gulden verurteilt. 1726 belehnt Kaiser Karl VI. den Freiherrn Philipp Ferdinand von Gudenus mit Hartenstein. Bevor die Burg die Informatikfirma BEKO kaufte, war die Vorburg bis 1938 eine Kaltwasserheilanstalt. Die Hauptburg war inzwischen längst zur Ruine geworden.  

 
Burg Hartenstein, © Andreas Krendl 2019


Eine schöne Beschreibung dieser Gegend und Burg liefert Heinrich Hengstberger: „Wenn wir an der Kleinen Krems nach deren Vereinigung mit ihrer großen Schwester eine Viertelstunde lang flußaufwärts wandern, werden wir bei eine scharfen Biegung des engen, wildromantischen Tales plötzlich vom Anblicke der auf einem gewaltigen Felsblocke majestätisch thronenden Burgruine Hartenstein gefangengenommen. Den steilabfallenden Burgfelsen umrauscht an seinem Fuße in einem Halbbogen wildschäumend der Kremsfluß. Dunkel bewaldete Höhenzüge überragen hoch die verfallene Feste, von der der Volksmund ganz treffend sagt, daß sie „hoch auf’m Berg und tief im Tal“ liege.“[2]

1883 entdecken drei Heimatforscher prähistorische Funde in der Gudenushöhle unterhalb der Burg Hartenstein im Tal der Kleinen Krems. Dabei wurde die knieförmige Höhle komplett ausgeräumt. Gefunden wurden 10.000 Einzelfundstücke, darunter 1.200 Steinwerkzeuge. Die frühesten Funde stammen aus dem Mittelpaläolithikum (300.000 bis 40.000 vor Chr.) und rühren vom Altmenschen oder Neandertaler her.[3]

 
Gudenushöhle, © Andreas Krendl 2019

 

[1] Georg Clam Martinic, In: Burgen & Schlösser in Österreich, S 135, Linz 1991

[2] Heinrich Hengstberger - Burg und Ruine Hartenstein, In: Heft 7/8, S 164, Waldviertler Heimatbund Krems 1953

[3] Univ.-Prof. Dr. Karl Gutkas - Urgeschichte-Das Mittelpaläolithikum, In: Landeschronik Niederösterreich, S 73, Wien 1990

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