Burgruine Senftenberg

Geschichte zur Burgruine Senftenberg

Vor der ersten Jahrtausendwende diente die Wehranlage als Zufluchts- und Verteidigungsstätte der ersten Siedler. Die gemauerte Höhenburg wurde von den Hochfreien von Lengenbach im 11. Jahrhundert errichtet.[1] Am 24.04.1197 erstmals urkundliche Erwähnung als Rudegerus de Senftenberc. Herzog Friedrich I. der Katholische von Österreich († 1198) bestätigt dem Kloster Wilhering die Mautfreiheit und überlässt dem Kloster den Bezug des Landesfürstlichen Marchfutters auf eine seiner Besitzungen.[2] Das Marchfutter ist eine Abgabe der Untertanen an die Markgrafen und Landesfürsten meist in Form von Hafer. Ursprünglich zur Versorgung der Pferde bei Kriegseinsätze. Entstanden im 10. Jahrhundert im bajuwarischen Stammgebiet der Mark Österreich.[3] Durch Heirat gelangte die Herrschaft an den Kuenringer Wichard I. von Zebing (Zöbing) . 1233 folgt die erste urkundliche Erwähnung eines Schlosses zu Senftenberg das Karl von Gutrat (einst ein Salzburger Adeliger) besitzt. Als nächster Besitzer scheinen die Herren von Wallsee auf. Im Streit um die Vormundschaft über Herzog Albrecht V. von Habsburg wurde Reinprecht von Wallsse zum Gegner von Herzog Leopold IV. Im Zuge der damit verbundenen Kämpfe kam es 1408 zur Eroberung und geringen Zerstörung der Burg. 1483 heiratete Barbara, die Tochter des letzten Wallseers, Sigismund Graf von Schaunberg und Eferding und brachte Senftenberg in die Ehe mit. Die Betreuung der Burg erfolgte durch Pfleger. Um 1520 berichtet die Chronik der Stadt Krems über den Aufenthalt der gefürchteten Heckenreiter (Straßenräuber) in der Burg, 1529 dient sie als Zuflucht vor den Türken. Bis 1559 blieb Senftenberg bei den Schaunberger, danach folgten die Freiherren Hoffmann von Grünbichel (Kilb), die aufgrund ihres evangelischen Glaubens die Veste 1625 an Fürst Johann Ulrich zu Eggenberg verlieren.[4] Georg Caspar Freiherr von Neuhaus (*1553 - †1631), besaß die Güter, Hartenstein, Hohenegg, Hohenstein, Senftenberg, Arbesbach, Dittersberg und Oedental. Seit 1573 war er kaiserlicher Truchsess, mit 27 Jahren Botschafter von Konstantinopel und ab 1586 wieder im Hofdienst und 1617 kaiserlicher Hofrat.[5] Ein Truchsess war ein Hofamt in der mittelalterlichen Hofgesellschaft für den obersten Aufseher über die fürstliche Tafel. Der Ausdruck stammt von althochdeutsch truhtsazo ab.[6] 1645 wurde die Burg Senftenberg durch den schwedischen General Torstenson durch Brandlegung vollkommen zerstört und nicht mehr aufgebaut. 1717 verlieh Kaiser Karl VI. die Herrschaft dem Grafen Gundaker von Starhemberg. Seine Nachkommen sind heute noch Besitzer der Burg.[7]

 
Burgruine Senftenberg Sandsteinfassung Zisterne, © Andreas Krendl 2019

 

Adresse

Kirchenberg 12, 3541 Senftenberg

Koordinaten

48°26'51.5"N 15°33'51.3"E

Sandsteinfassung Zisterne

Die Funktionsweise dieser mittelalterliche Filterzisterne wurde erst im Jahre 1991 entdeckt und gilt als eine archäologische Sensation. Von dieser Zisterne konnten die Burgbewohner mit Trinkwasser versorgt werden. Ein Brunnen war wegen des harten Urgesteins nicht möglich. Der zehn Meter tiefe gemauerte Schöpfschacht und die Außenwand wurden zur gleichen Zeit errichtet. Die restaurierte Sandsteinfassung stammt aus dem 16. Jahrhundert, die Filterzisterne selbst ist aber viel älter.

 
Darstellung Filterzisterne auf der Burgruine Senftenberg entdeckt im Jahre 1991
Text und Foto mit freundlicher Genehmigung des Vereins zur Erhaltung der Burgruine Senftenberg, https://www.burgruinesenftenberg.at/

 

[1] Burgruine Senftenberg, https://www.burgruinesenftenberg.at/index.php/at/geschichte, (Zugriff: 08.10.2019)

[2] Monasterium - Urkunden (827-1854) Signatur: 1197 IV 24, https://www.monasterium.net/mom/AT-StiAW/Urkunden/1197_IV_24/charter?q=Senftenberc, (Zugriff: 08.10.2019)

[3] E. Knebel, In: Zur Rechts- und Verfassungsgeschichte des alten Niederösterreichs, Jahrbuch 1939-43, S 15 ff, Verein für Landeskunde von Niederösterreich

[4] Burgruine Senftenberg, https://www.burgruinesenftenberg.at/index.php/at/geschichte, (Zugriff: 08.10.2019)

[5] Hubert Schützner, In: Dunkelsteiner Heimatbuch - Geschichte der Pfarrgemeinde Hafnerbach, S 173, Kulturvereinigung „D‘ Dunkelsteiner“, Hafnerbach 1948

[6] Truchsess (Hofamt) - Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Truchsess_(Hofamt), (Zugriff: 08.10.2019)

[7] Burgruine Senftenberg, https://www.burgruinesenftenberg.at/index.php/at/geschichte, (Zugriff: 08.10.2019)

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