Kapuzinerkloster Und - Maria Bründl

Das ehemalige Kapuzinerkloster liegt im Stadtteil Und zwischen Krems und Stein. „Und“ kommt von der mittelalterlichen Bezeichnung „ad undas“ - an den Donauwellen. Für die Gegenreformation wurden die Kapuziner nach Krems geholt.[1] Diese bekamen 1614 vom Salzburger Erzbischof diese Liegenschaft geschenkt und begannen mit dem Bau (nach den Plänen von Mathias Piazolli). Ab 1638 gab es die ersten Gebetserhörungen und Wunderheilungen und das Kloster UND wurde zu einem beliebten Marienwallfahrtsort. Besondere Gnade erfuhr man durch die Marienfigur und dem dort fließenden Heilwasser.[2]
Von diesen „Mirakeln“ berichtet das Buch „Stäht-fliessendes Gnaden-Bründl: das ist: Wunder und Gnaden, so bey unser lieben Frawen Bründl zwischen Stein und Crembs bey den PP. Capucinern an der Donaw“, das von 1638 bis 1666 alle Wunderheilungen auflistet. Zu Beginn dieses Buches welches in der Niederösterreichischen Landesbibliothek einzusehen ist, steht folgendes geschrieben: „So seind zwar dise drey auffeinander folgende Mirucaul der Ordnung nach nicht die ersten / doch weil sie die fürnembsten / und durch ein offentliches Examen oder Verhör approbirt worden / hat man solche gleich Anfangs alhero setzen wollen.[3] 

 
Johann Michael Frey (1750-1820) nach einem Bild Anton Christoph Gignoux (1720-1795)
Von Stich: Johann Michael FREY (1750-1820) nach einem Bild Anton Christoph Gignoux (1720-1795) -
Eigenes Werk / Scann, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14531969

 

Wie das „Kremser Wochenblatt“ 1856 berichtet, hatte dieses Bründl regen Zulauf, „Nicht bloß aus der Umgegend von Krems, Stein und Mautern, nein, aus allen Ortschaften Niederösterreichs strömten die Preßhaften zu diesem Marianischen Bründl. Auch in Oberösterreich, Mähren, Kärnthen, Italien gab es welche, die von den Wundern des Crembserischen Bründls hörten. (…) Von diesem Gnadenwässerlein trank der ermüdete Pilgrim in heißer Wüste, wenn er von Räubern überfallen halbtot liegen bleibt, um den Tod entgegen zu gehen, und siehe! ihm ward geholfen.“ [4]

Über die Belagerung der Bayern von Krems im Jahre 1741 schreibt Dr. Heinz Rauscher: „Am 23. September schon waren alle Bürger und Inleute zur Besprechung der nötigen Maßnahmen ins Rathaus gerufen worden. Man beschloß, eine Prozession zum Bründl bei den Kapuzinern zu machen und die Gnadenmutter um ihre Fürbitte für einen baldigen Frieden zu bitten, wozu sich alle Bürger und Inleute einfinden sollten.“ [5] Leider ließ das Ende des Erbfolgekrieges noch bis 1748 auf sich warten.
Insgesamt wurden von 1638 bis 1773 mehr als 500 dokumentierte Heilungen in Buchform gefasst.[6] Heute ist dieser Brunnen noch vorhanden, aber alles magisch-heilende verschwunden.

Auf eine 400-jährige Geschichte blickt das Kloster UND zurück und kann heute als Event-Location besucht, für Familienfeiern gemietet, sowie für Großevent max. 300 Personen oder Seminare gebucht werden. Nicht umsonst hat der Gründer und Unternehmer Christian Guzy den Niederösterreichischen Tourismus Preis 2017 gewonnen, da er es versteht Modernes mit den ehrwürdigen Gemäuern des ehemaligen Klosters zu verbinden.[7]

 
Kapuziner Kloster UND, Verzeichnis der Wunder vom Mariabründl 1638 - 1666,
gedruckt vom Verlag Georg Höller 1667, Niederösterreichische Landesbibliothek

 

Adresse

Kloster UND, Undstraße 6, 3504 Krems/Stein

Koordinaten

48°24'23.94"N 15°35'26.51"E

 

[1] Kapuzinerkloster Und - Kirchen am Fluss, http://www.kirchen-am-fluss.at/stein-kapuzinerkloster, (Zugriff: 01.10.2019)

[2] Kloster Und - Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Und, (Zugriff: 05.10.2019)

[3] Verlag Georg Höller, In: Stäht-fliessendes Gnaden-Bründl, Niederösterreichisches Landesbibliothek, S 1 ff, Passau 1667

[4] Das Gnadenbründl, Kremser Wochenblatt (2.8.1856), S 2, Anno/Österreichische Nationalbibliothek, http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=kwz&datum=18560802&seite=2&zoom=33&query=%22gnaden%22%2B%22-%22%2B%22br%C3%BCndl%22&ref=anno-search, (Zugriff: 26.10.2019)

[5] Dr. Heinrich Rauscher - Stein an der Donau im Kriegsjahr 1741, In: Das Waldviertel Heft 10, S 218, Waldviertler Heimatbund Krems 1953

[6] Roswitha Englisch – Dissertation, In: Die Mirakelbücher der Wallfahrtsstätte Maria-Bründl bei den Kremser Kapuziner (Kloster UND), Niederösterreichische Landesbibliothek

[7] Kloster UND, https://www.klosterund.at/, (Zugriff: 26.10.2019)

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