Wölbling - Welmica

Die Pfarre wurde bereits im 9. Jahrhundert durch das Salzburger Erzbistum gegründet. Die Errichtung der Kirche fällt in die Mitte des 12. Jahrhundert und wurde als Wehrkirche errichtet. Geweiht ist diese den Heiligen Petrus und Paulus und das Hochfest der römisch-katholischen Kirche wird am 29. Juni gefeiert. Der Name Welmica könnte auf das slawische Wort „velna“ (=Woge, Welle) zurückgehen und damit den „wölbenden“ halbkreisförmigen Berg an dem Ober- und Unterwölbling liegen, beschreiben.

Pagus Grunzwiti - älteste Urkunde Niederösterreichs

Im Süden von Oberwölbling liegt die kleine Ortschaft Grünz. In einem Stiftungsbrief von Herzog Tassilo III. an das Kloster Kremsmünster in Oberösterreich wird 777 der Gau Grunzwiti genannt, das mit Grünz identisch ist. Damit hat Niederösterreich mit diesem Landstrich die älteste schriftliche Erwähnung in einem mittelalterlichen Dokument. Die Originalurkunde ist nicht mehr erhalten. Es gibt aber Abschriften aus dem 13. und 14. Jahrhundert.[1] Der Bayernherzog Tassilo III. löste sich immer mehr von den Franken, was Karl dem Großen dazu bewegte, ihn abzusetzen und ihn zu lebenslanger Klosterhaft verurteilte. Karl der Große übernahm Bayerns Hauptaufgabe, den Awarenkrieg, und führte ihn in zwölf Jahren siegreich zu Ende. Im Jahre 828 beurkundet sein Sohn und Nachfolger, Ludwig der Fromme, eine Schenkung an Kremsmünster, das dieses Gebiet mit den Grenzen bestätigt: „Sumerberch, einer Anhöhe bei Untermamau, „Hohoga Pleichum“ eine offene, planke Stelle westlich der Traisen (St. Pölten -Viehofen/Radlberg) , gegen Süden „der Heribrunnum“ (Watzelsdorf) und im Westen „wo der Flinspach aus dem Wald heraustritt.“ [2] Damit sind wir ziemlich genau im Gemeindegebiet von Neidling und Karlstetten. Flinsbach ist der bayrische Name für die Kremnitz, dass sich vom altslawischen „chemelize“ her ableitet, und so viel wie „Kiesel“ bedeutet.[3]

 

[1] Karl Lechner, In: Der „pagus Grunzwiti“ und seine Besitzverhältnisse, Jahrbuch 1958-60 S 301 ff, Verein für Landeskunde von Niederösterreich

[2] August Pachschwöll, In: Watzelsdorf vergangene Welt, Pfarre Neidling informiert, Neidling 1995-1996

[3] August Pachschwöll, In: Dort „wo der Flinspach aus dem Wald heraustritt“ (2014), http://pfarre.kirche.at/neidling/content/heimatforschung, (Zugriff: 02.12.2019)

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